Erektionsstörungen 

Erektionsstörungen

Autor: Leon.m  |  Lesezeit: 5 Minute  |   Letzte Aktualisierung: 23 September 2020

Viele Männer, die plötzlich Probleme bekommen, sich in voller Pracht unten herum beim Geschlechtsakt zu präsentieren, scheinen Zweifel zu entwickeln, die Existenzängsten gleichen. Gesellschaftlich bedingt hat sich der immer währende Vergleich vor allem im von Trieben gesteuerten Miteinander als Messlatte für das Selbstbewusstsein und so im Umkehrschluss für den „Wert“ unter Männern herausgeprägt.

Bin ich jetzt noch männlich genug?

Die Antwort lautet: Männlichkeit ist eine Farce. Wenn Ihnen schon jemals dieser Gedanke durch Ihre Gehirnwindungen gespukt ist, schlagen Sie ihn sich aus dem Kopf.

Wie viel hab ich, wie lang kann ich, wie viele wollen mich – aber geht das nicht mehr, was wird dann aus mir? Jetzt hab ich mich einmal blamiert, jetzt denkt sie ich bin ne Lusche.
Nun, wenn sie das denkt, dann hat die Olle Sie sowieso nicht verdient. Am Ende muss nicht sie mit Ihrem Penis leben, sondern Sie selbst. Überlegen Sie an der Stelle lieber, woran es liegen kann, das hier plötzlich nichts mehr geht.
Die Ursachen können nämlich weitaus schwerwiegender sein als ein in die Hose gegangener One-Night-Stand.

Erektionsstörungen und Impotenz sind dasselbe Paar Schuhe, umgangssprachlich eher letzteres. Der Überschuss des Enzyms Phosphodiesterase, kurz PDM, hemmt hier die Durchblutung und die Aufrechterhaltung des Gliedes und kann für ein Ausbleiben des Höhepunktes verantwortlich sein und somit das Ausführen von Geschlechtsverkehr unmöglich machen. Das kann mitunter auch die Beziehung beinträchigten, natürlich abhängig davon, wie viele Stücke die Partner auf sich halten, dass sie sich auch ohne körperliche Befriedigung ertragen können. Mischt sich das alles mit einem schlechten psychischen Befinden, kann es mitunter ganz schön im Oberstübchen krachen.

Erst nach sechs Monaten anhaltender Flaute jedoch spricht man erst von einer erektilen Dysfunktion, manchmal können solche Phasen nach ein paar Wochen schon wieder abklingen.

Wie viele Menschen sind von Erektionsstörungen betroffen?

Nein, das sind Sie nicht – deshalb gibt es auch so wenige Daten über die eigentliche Anzahl an Betroffenen, die gar nicht mal so gering ist, hinzu kommt die Dunkelziffer an Leuten, die glauben, das ganze sei gar nicht erst therapierbar und die nicht einmal einen Fuß in die Apotheke setzen würde. Aber wozu gibt es schließlich Internet-Apotheken, richtig?

In einer Studie aus dem Jahr 2000, die unter 4883 deutschen Männern im Alter zwischen 30 und 80 Jahren ausgeführt wurde, wurden folgende Zahlen zusammengetragen:

prozentualer anteil der Erektionsstörungen in deutschland

Wir sehen, dass sich im Durchschnitt die Zahl der Betroffenen mit zunehmendem Alter vervielfacht. Vergleicht man diese Studie mit dem weltweiten Schnitt, liegen die Deutschen sogar noch darüber:

Erektionsstörungen Deutscher Männer im weltweiten vergleich

Erektionsstörungen Ursachen

Wie wir in den Diagrammen gesehen haben, steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Erektionsstörung ebenfalls mit steigendem Alter – die Organe und Blutbahnen werden abgenutzt, der Gefäßzustand verschlechtert sich und der Körper ist keinesfalls in der Form in der er vor 30 Jahren war. Durch Arterienverkalkung, die durch Cholesterin und sich an Verengungen anhäufenden Blutplättchen verursacht wird und zu Arteriosklerose führen kann, wird eine Erektionsstörung am häufigsten verursacht.

Durch diese Arterienverengungen kann die Durchblutung nicht entsprechend erfolgen, in allen Bereichen des Körpers, gerade für eine Erektion ist eine Weitung der Arterien maßgeblich, um das Schwammgewebe des Gliedes entsprechend zu durchbluten. Dafür kann schon Bluthochdruck ein Anzeichen sein. Es ist wichtig, alle Baustellen am Körper entsprechend zu behandeln. Auch Operationen, die vorher am Bauch durchgeführt wurden, Diabetes Mellitus, bestimmte Medikamente sowie Tumore und Geschwüre können Auswirkungen auf ihr Sexualleben haben.

Depressionen haben sich mittlerweile als Volkskrankheit eingebürgert – auch psychische Probleme können die Fähigkeit, eine Erektion zu bekommen, negativ beeinflussen. Vor allem im jungen Alter, wenn der Körper noch gut in Schuss ist, können die damit verbundenen Selbstbewusstseinsprobleme ein weiterer Auslöser und Blocker sein. Gegebenenfalls sollte auch psychologische Beratung konsultiert werden.

Im folgenden sind noch einmal die Risikofaktoren komprimiert, die eine Erektionsstörung verursachen können. Wenn Sie sich wiedererkennen, können Sie gedanklich ein Häkchen setzen:

Vermeidbare Faktoren:

  • Rauchen, Drogen, Alkohol, Medikamentenmissbrauch – giftige Einflüsse von außen
  • Ungesunde, unausgewogene, transfetthaltige Ernährung
  • Übergewicht durch übermäßige Völlerei, ggf. verbunden mit einer Essstörung, immmer patientenabhängig
  • Hohe Cholesterinwerte, nicht immer ernährungsabhängig

Unvermeidbare Faktoren:

  • Adipositas, krankhaftes Übergewicht, resultierend aus Völlerei
  • Hoher Blutdruck, resultierend aus Arterienverkalkung
  • Diabetes Typ2, Folge des Übergewichts
  • Psychische Belastungen
  • Anti-Depressiva, blutdrucksenkende Mittel
  • Prostatakrebs-Behandlungen
  • Verletzungen des Nervensystems im Bereich des Unterbauches, Einfluss durch Nähe zum Glied


Anbei nocheinmal, wie hoch die Wahrscheinlichkeit körperlicher Ursachen auf eine Erektionsstörung wirklich ist. Manche Krankheiten haben ein höheres Risiko als andere, daher auch die höhere Prozentzahl. Es können auch mehrere Faktoren in Kombination auftreten, das eine führt bekanntlich zum anderen:

Korperliche Ursachen Im Vergleich
Krankheit Ursachen Symptome Folgen
Arteriosklerose Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, mangelnde körperliche Bewegung Verengte Arterien, der gesamte Blutfluss im Körper wird eingeschränkt oder verhindert Schwellkörper des Penis nicht ausreichend durchblutet, Erektion wird nicht hart
Diabetes Übergewicht, falscher Ernährung, Bewegungsmangel Hoher Blutzucker, Innenwände der Blutgefäße werden verdickt Schwellkörper wird nicht ausreichend durchblutet
Niedriger Testosteron-spiegel Starke Gewichtsabnahme, zunehmendes Alter, Stress Depressionen, weniger Kraft, Mangel an Ausdauer Weniger Verlangen nach Sex
Neurologische Erkrankungen Multiple Sklerose, Parkinson, Operationen im Beckenbereich Schädigung der Nerven Signale können nicht mehr zum Schwellkörper übermittelt werden

Wir lernen also, dass ein gesunder Lebensziel mit Verzicht auf schädigende Mittel wie Drogen, Alkohol und Zigaretten und eine nährstoffreiche Mischung an Lebensmitteln sowie ausreichend Bewegung vieles vorbeugen kann, und dass erektile Dysfunktionen sowie Folge als auch Indikator sein können, wenn mit dem Körper oder der Psyche etwas nicht stimmt und an dieser Stelle die Alarmglocken schellen sollten.

In unserer Leistungsgesellschaft, in der der Alltag häufig von Stress, Übermüdung und Hochs wie Tiefs geprägt ist, ist es jedoch nicht ungewöhnlich, wenn temporäre Impotenzprobleme auftreten. Diese verschwinden nach einer Weile von selbst und benötigen auch keine Therapie. An dieser Stelle sollte man sich und seinem Körper einfach etwas Ruhe gönnen.

Erektionsstörungen  mit psychisches Problem

Wenn Sie nicht sicher sein sollten, ob nicht doch ein seelisches Problem die Ursache für Erektionsprobleme sein könnte, ist ein Test hilfreich, der vom Arzt angeraten wird, der natürlich auch immer Ihr erster Ansprechpartner sein sollte. Den Test können Sie natürlich auch ganz einfach im Selbstversuch durchführen.

Legen Sie, bevor Sie ins Bett gehen, einen kleinen Papierring um Ihren Penis. Sind Sie gesund, so wird Sie am nächsten Tag ein zerrissenes Stück Papier begrüßen, da sich über Nacht bei Erektion des Penis sein Durchmesser erheblich vergrößert. Ist dem Körper dies nicht möglich, bleibt das Papierstück natürlich ganz. 

Wenn Sie in der Lage sind, Ihren Penis bei der Selbstbefriedigung, aber nicht beim Geschlechtsverkehr zu stimulieren, kann dies ebenfalls eine seelische Ursache wie 

  • Beziehungsprobleme
  • Selbstzweifel
  • Leistungsdruck
  • Stress
  • Depressionen
  • Traumata oder soziale Ängste haben

Diese sollten dann ebenfalls mit therapiert werden. Das sollte in der Regel auch das erste Ziel sein, bevor die Erektionsstörung in Angriff genommen wird. Die Reihenfolge kann auch andersherum sein, die Depression kann erst mit der erektilen dysfunktion richtig anwachsen und an Fahrt gewinnen. Depressionen sind an leichter Reizbarkeit, Lustlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühlen, Müdigkeit und Pessimismus erkennbar, die die Betroffenen an den Tag legen.

Erektionsstörungen Behandlung 

In erster Linie ist es wichtig, über seinen eigenen Schatten zu springen und darüber reden zu wollen, es wird Ihnen nur Zugute kommen. Ärzte unterliegen einer Schweigepflicht und sind in der Regel auch dazu angehalten, wertfrei zu beraten und zu behandeln. Sie sind sicher nicht der erste, der mit Problemen sexueller Natur einen Arzt aufsucht.

Da der Arzt nicht selbst Hand anlegen kann, es denn das ist ihr Wunsch, wird er anhand diverser Fragen versuchen, eine Diagnose aufzustellen und anschließend mit Ihnen nach Behandlungsmöglichkeiten suchen. Ihr Blutdruck wird ebenfalls gemessen, sowie auf Ihre Krankengeschichte zurückgegriffen, um Zusammenhänge mit der eventuellen Einnahme von Medikamenten oder körperlichen Gegebenheiten zu finden.

Eine Behandlung kann beispielsweise medikamentös erfolgen. Sie kennen sicher Viagra, Cialis und Levitra. Diese chemischen Arzneimittel hemmen das bereits beschriebene PDE-5 Enzym, welches für die Impotenzprobleme verantwortlich ist. Eine Verschreibung der Medikamente ist jedoch notwendig.

Potenzmittel Wirkstoff Einsatzdauer Wirkdauer Besonderheiten
Viagra 100mg Sildenafil Ca. 30-60 Min. Ca. 4h Erstes Potenzmittel, weitaus günstigere Kopie Sildenafil seit 2013 in Deutschland zugelassen
Tadalafil Ca. 30 Min. 24-36h „Wochendpille“, über langen Wirkzeitraum kann man mehrmals eine Erektion bekommen
Vardenafil Ca. 30-60 Min. Ca. 4h Wirkung ähnelt Viagra sehr

Die chemische Medikamente gehen allerdings auch, wie jedes Medikament, mit möglichen Nebenwirkungen, einher. In etwas wenn man die falsche Dosierung zu sich nimmt, was bei Potenzmitteln in Pulver, Gel- oder flüssiger Form passieren kann. Eine überschüssige Einnahme kann zu 

  • Übelkeit 
  • Schwindelanfällen
  • Hautrötungen
  • Schwächung des Sehvermögens
  • Sodbrennen und Störungen im Oberbauch führen
Potenzmittel Risiken Nebenwirkungen

Viagra

Bei Brustschmerzen oder wenn Erektion länger als 4 Stunden anhält, sofort Arzt konsultieren Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Sehstörungen, verstopfte Nase
Cialis Auf keinen Fall einnehmen, wenn Sie vor kurzem einen Herz- oder Schlaganfall hatten Kopfschmerzen, Schwindel, Palpitation (bewusste Wahrnehmung des eigenen Herzschlages), Hautrötungen
Levitra Auf Grund von möglichen Überempfindlichkeitsreaktionen nur unter ärztlicher Aufsicht einnehmen Kopfschmerzen, Schwindel, Gesichtsrötungen, verstopfte oder laufende Nase

Es liegt also allein an Ihnen! Es ist nicht alles verloren, sollte irgendwann der Tag kommen an dem Sie merken sollte dass es zwischen den Beinen irgendwie mehr hängt als steht. Eine ordnungsgemäße Therapie hängt allein von Ihrer Entscheidung ab, sich behandeln zu lassen.

Je schneller die erektile Dysfunktion behandelt wird, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, diese zu besiegen, sei es eine medikamentöse Therapie, man legt selbst Hand an oder nur ein einfaches Gespräch mit dem Arzt.

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